Die richtige Seite im Padel wählen: Komfort versus Fähigkeiten
Die neueste Folge von The4Set’s Wings to Pro behandelt ein häufiges Dilemma für angehende Padelspieler: Auf welcher Seite des Courts solltest du spielen? Der Creator, der unter Anleitung des legendären Trainers Miguel Sciorilli trainiert, untersucht diese Frage, indem er seine eigenen Stärken und Schwächen auf der rechten und linken Seite analysiert.
Laut Sciorilli geht es bei der Entscheidung nicht nur um technische Fähigkeiten. Während sich der Tester auf der rechten Seite mit Vorhandschlägen wohler fühlt, ist er am Netz auf der Rückhandseite (links) komfortabler. Sciorilli betont, dass das Wohlbefinden sowohl in der Grundlinienverteidigung als auch am Netz die Wahl beeinflussen sollte, aber letztlich muss ein vielseitiger Spieler auf beiden Seiten kompetent sein.
Sciorilli weist darauf hin, dass die Verteidigung in der Ecke mit der Rückhand besonders anspruchsvoll sein kann. Wenn ein Spieler dort Schwierigkeiten hat, ist die rechte Seite vielleicht besser geeignet. Am Netz hingegen kommen mehr Bälle in die Mitte, was oft eine starke Vorhand-Volley erfordert. Das Fazit: Komfort und Können müssen ausgewogen sein und unabhängig von der Seite sollten Spieler an ihren Schwächen arbeiten.
Schwache Schläge erkennen und mit Experten-Coaching verbessern
Der Fokus dieser Einheit ist klar: Der Creator möchte seine zwei schwächsten Schläge verbessern – konkret die Rückhand-Volley und die defensive Rückhand von der Grundlinie. Sciorillis Ansatz ist methodisch und beginnt mit einer Analyse der technischen und taktischen Aspekte jedes Schlages.
Bei den Grundlinienübungen wird die Entscheidungsfindung des Testers gelobt – er liest den Ball gut und wählt die richtigen Momente, um die Wand zu nutzen. Die Ausführung ist jedoch verbesserungswürdig, besonders wenn der Ball tief absinkt. Sciorilli erkennt ein wiederkehrendes Problem: Die Schläger-Vorbereitung ist zu hoch und zu lang, wodurch der Spieler zu spät kommt und den Ball inkonsequent trifft.
Um das zu beheben, empfiehlt Sciorilli:
- Den Schläger tief und kurz vorbereiten, wenn ein tiefer Ball erwartet wird
- Den Schläger nah am Boden halten, um den Ball auf der richtigen Höhe zu treffen
- Die Energie horizontal durch den Schlag übertragen, statt den Ball nach oben zu heben
Diese Anpassungen helfen dem Creator, konstantere und kontrolliertere Grundlinienschläge zu erzielen, besonders bei tiefen Bällen.
Technische Korrekturen für Rückhand-Volley und Grundlinienverteidigung
Beim Training der Rückhand-Volley hat der Tester Schwierigkeiten mit der Vorbereitung und dem Durchschwung. Sciorilli zeigt, dass die ideale Bewegung kurz und kompakt ist, wobei der Schläger immer im peripheren Sichtfeld bleibt. Zu lange Vorbereitungen führen zu schlecht getimten Schlägen und offenen Schlägerflächen, was zu zu hohen oder unkontrollierten Bällen führt.
Wichtige technische Korrekturen sind:
- Kurze, kompakte Vorbereitung bei Volleys und Grundschlägen
- Den Schläger im Sichtfeld halten, um Timing und Kontrolle zu verbessern
- Den Schlag mit einem kontrollierten, kurzen Durchschwung beenden, besonders wenn du Länge erzielen oder den Gegner verunsichern willst
Sciorilli geht auch auf die Beinarbeit ein und rät dem Spieler, stabil zu bleiben und unnötige Schritte nach vorn zu vermeiden. Diese Stabilität sorgt für bessere Balance und effektivere Schläge, vor allem bei schnellen Bällen, die nicht an die Wand kommen.
Die Bedeutung von Schlagprojektion und Ballflugbahn verstehen
Einer der aufschlussreichsten Momente kommt, als Sciorilli die Flugbahn der Schläge des Testers analysiert. Er bemerkt, dass viele Bälle eine hohe, bogenförmige Flugbahn (eine „Hyperbel“) nehmen, was für eine tiefe, kontrollierte Verteidigung oder aggressive Volleys nicht ideal ist. Das Ziel sollte sein, die Ballflugbahn tief und direkt zu halten, besonders bei Schlägen unter Netzhöhe.
Um das zu erreichen, empfiehlt Sciorilli:
- Den Ausholweg verkürzen und den Schläger tief vorbereiten
- Den Ball horizontal durchdrücken statt ihn nach oben zu heben
- Bei Bedarf einen leichten Unterschnitt (Backspin) nutzen, aber übermäßiges Schneiden vermeiden, da der Ball sonst zu sehr schwebt
Diese Anpassungen verbessern nicht nur die Konstanz, sondern machen die Schläge auch im Match effektiver, da schnelle, tiefe Bälle schwerer anzugreifen sind.
Ein kompletter Padelspieler werden: Vielseitigkeit und mentale Einstellung
Während der gesamten Einheit betont Sciorilli, wie wichtig es ist, ein kompletter Spieler zu werden. Die Spezialisierung auf eine Seite ist verbreitet, aber echter Fortschritt kommt, wenn man rechts und links spielen kann und Schwächen gezielt angeht, statt nur Stärken zu festigen.
Er hebt auch den mentalen Aspekt hervor: Die meisten Vorteile im Padel liegen auf der linken Seite (Rückhand), daher müssen Spieler mental darauf vorbereitet sein, Druck auf jeder Seite standzuhalten. Schwache Schläge zu verbessern, steigert nicht nur die Technik, sondern auch das Selbstvertrauen und die Widerstandsfähigkeit auf dem Platz.
Wichtige Erkenntnisse und Praxistipps aus der Trainingseinheit
- Vorbereitung: Den Schläger bei Defensivschlägen immer tief und kurz vorbereiten, besonders wenn der Ball nahe am Boden ist.
- Beinarbeit: Stabil bleiben und unnötige Schritte nach vorn vermeiden; Stabilität verbessert die Schlaggenauigkeit.
- Schlagtechnik: Den Ball horizontal durchdrücken und die Flugbahn tief und direkt halten.
- Volleytechnik: Den Schläger im peripheren Sichtfeld behalten und eine kompakte Bewegung für mehr Kontrolle nutzen.
- Vielseitigkeit: An Vorhand- und Rückhandfähigkeiten arbeiten und auf beiden Seiten des Courts effektiv sein.
- Mentale Einstellung: Die Herausforderung annehmen, schwache Schläge zu verbessern, und offen für Anpassungen durch Feedback und Selbstanalyse sein.
Diese Einheit mit Miguel Sciorilli bietet einen klaren Fahrplan für jeden Padelspieler, der seine Schwächen angehen und auf dem Platz kompletter werden möchte. Die Erfahrung von The4Set zeigt den Wert von Experten-Coaching und gezieltem, technischem Training für den nächsten Schritt.





