Test des Wilson Bela Pro V2 bei hohen Temperaturen: eine neue Perspektive
Der Tester nimmt den Wilson Bela Pro V2 Padel-Schläger erneut unter die Lupe und konzentriert sich darauf, wie sich seine Leistung bei deutlich wärmeren Bedingungen verändert. Im Gegensatz zum ersten Test, der im Winter bei Temperaturen von nur 3–6°C stattfand, wurde diese Session bei heißen 33°C durchgeführt. Dieser große Temperaturunterschied ermöglichte ein tieferes Verständnis dafür, wie die Materialien und der Kern des Schlägers auf Hitze reagieren – Erkenntnisse, die bei klassischen Wintertests oft übersehen werden.
Wichtige Spezifikationen und technische Details des Wilson Bela Pro V2
- Gewicht: Ca. 368g (wie getestet)
- Balance: Etwa 26,5 cm (mittel-hoch)
- Schlagflächenmaterial: Primero Carbon 3K (steife Carbonfaser)
- Kern: Fester EVA (theoretisch steif, in der Hitze eher mittelhart)
- Form: Diamant
- Spielerzuordnung: Fernando Belasteguín
Diese Spezifikationen positionieren den Bela Pro V2 als Top-Modell in der Wilson-Reihe, entwickelt für Spieler, die eine Mischung aus Power und Präzision suchen. Der Balancepunkt ist zwar nicht extrem hoch, unterstützt aber ein aggressives Spiel, ohne den Schläger unhandlich zu machen.
Wie hohe Temperaturen die Spielbarkeit und Power beeinflussen
Die auffälligste Veränderung, die der Tester bemerkte, war die erhöhte Toleranz und Spielbarkeit des Schlägers bei Hitze. Mit steigenden Temperaturen werden EVA-Kern und Carbon-Schlagfläche flexibler, was zu einem weniger steifen und verzeihenderen Schläger führt. Der Tester stellte einen deutlich größeren Sweetspot und ein insgesamt „menschlicheres“ Gefühl fest, wodurch sich der Schläger vom hinteren Feld leichter spielen ließ.
Während die Rohpower des Bela Pro V2 im Vergleich zum Spiel bei Kälte etwas abnahm, war der Zugewinn bei Ballausgang und Spin deutlich. Der Ball verlässt den Schläger leichter, und die erhöhte Flexibilität ermöglicht einen besseren Ballkontakt, was das Spinpotenzial steigert. Dadurch wird der Schläger für fortgeschrittene Spieler, die Kontrolle und Spin mehr als reine Power schätzen, zugänglicher.
Leistung in der Defensive und im Angriff
In der Defensive erleichterten die verbesserte Flexibilität und der größere Sweetspot das Handling schwieriger Bälle. Der Tester hob ein größeres Sicherheitsgefühl und einen gleichmäßigeren Ballausgang hervor – besonders wertvoll beim Spiel von der Grundlinie oder unter Druck.
Am Netz überzeugte der Bela Pro V2 weiterhin mit seinem soliden Gefühl und direktem Feedback. Das Schlaggefühl wurde als „mittel“ statt hart beschrieben und vermittelt einen angenehmen Kontakt zum Ball, ohne zu hart zu wirken. Der Tester stellte fest, dass der Schläger zwar bei reiner Power im Vergleich zum Winter etwas weniger aggressiv war, dies aber durch bessere Kontrolle und einen gleichmäßigeren Spin – besonders bei Smashs und Volleys – ausglich.
Vergleiche mit anderen Schlägern und Eignung für verschiedene Spielertypen
Der Kanal verglich den Bela Pro V2 kurz mit anderen Schlägern aus der Wilson-Serie, wie dem Bela Elite, der weicher ist und sich besser für fortgeschrittene Anfänger eignet. Der Pro V2 bleibt hingegen ein technischer Schläger, der am besten für fortgeschrittene und obere Mittelstufen-Spieler geeignet ist, die ein festeres Spielgefühl und die Fähigkeit schätzen, selbst Power und Spin zu erzeugen.
Für alle, die einen diamantförmigen Schläger suchen, der nicht zu steif oder schwierig ist, ist der Bela Pro V2 eine ausgewogene Wahl – besonders in wärmeren Klimazonen oder während der Sommermonate. Wer jedoch Komfort und einfache Handhabung bevorzugt, dem empfiehlt der Tester weiterhin die Elite-Version.
Spin, Smash und Kontrolle: feine Verbesserungen bei Hitze
Eine der auffälligsten Verbesserungen bei heißen Bedingungen war die Fähigkeit des Schlägers, Spin zu erzeugen. Da Kern und Schlagfläche aktiver arbeiten, fiel es dem Tester leichter, Topspin und Slice zu spielen – vor allem bei Smashs. Der Schläger zeigte eine gleichmäßigere und zuverlässigere Performance und erforderte weniger körperlichen Aufwand, um die gleichen Ergebnisse wie bei Kälte zu erzielen.
Auch wenn der Bela Pro V2 in der Hitze etwas an maximaler Power verliert, gewinnt er an Kontrolle und Konstanz. Der Tester schätzte diesen Kompromiss, da er ein variableres und strategischeres Spiel am Netz und vom hinteren Feld ermöglichte.
Komfort und Griff: persönliche Eindrücke und mögliche Anpassungen
Ein wiederkehrender Kritikpunkt war die Dicke des Wilson-Griffs. Der Tester empfand den Standardgriff als recht groß, was die Handgelenksbewegung einschränkte und den Komfort bei längeren Spielen reduzierte. Für Spieler mit ähnlichen Vorlieben kann eine Anpassung des Griffs – etwa durch Verdünnen oder den Einsatz von Overgrips – die Handhabung und das Spielgefühl verbessern.
Dies ist ein kleiner, aber wichtiger Aspekt für alle, die den Bela Pro V2 als Hauptschläger in Betracht ziehen, besonders wenn sie schmalere Griffe gewohnt sind.
Zusammenfassung der wichtigsten qualitativen Bewertungen aus dem Test
- Power: Immer noch hoch, aber bei Hitze etwas geringer als im Winter
- Spielbarkeit: Deutlich verbessert; verzeihender und zugänglicher für fortgeschrittene Spieler
- Spin: Erhöht, mit einfacherem Zugang zu Topspin und Slice
- Sweetspot: Größer und „menschlicher“ im Gefühl, aber nicht überdimensioniert
- Komfort: Gut, aber Griffgröße könnte für optimale Handgelenksbewegung angepasst werden
- Am besten geeignet für: Fortgeschrittene und obere Mittelstufen-Spieler, die einen technischen, diamantförmigen Schläger suchen, der Power und Kontrolle bei Wärme ausbalanciert
Fazit zum Wilson Bela Pro V2 für das Sommer-Spiel
Der Tester kommt zu dem Schluss, dass der Wilson Bela Pro V2 eine überzeugende Option für Spieler bleibt, die einen kraftvollen, aber gut kontrollierbaren Schläger suchen – besonders bei höheren Temperaturen. Die verbesserte Flexibilität, der erhöhte Spin und das verzeihendere Spielgefühl machen ihn zu einer starken Wahl für alle, die einen technischen Schläger wollen, der bei Hitze nicht unspielbar wird. Für Anfänger ist er zwar nicht zu empfehlen, aber für erfahrene Spieler bietet er eine gelungene Mischung aus Leistungseigenschaften, die sein Potenzial voll ausschöpfen können.





