Die Wanddrehung im Padel verstehen
Der Kanal La Chiquita Pádel, mit Einblicken von Fede Vives, dem Leiter der Padel-Abteilung des Real Club de Tenis Barcelona und der Royal Padel Academy, beleuchtet eine entscheidende Defensivtechnik im Padel: wie man eine Wanddrehung ausführt, wenn man an die Rückwand gedrängt wird. Diese Technik ist unerlässlich für Spieler, die wenig Platz haben, nahe am Glas stehen oder sogar mit dem Rücken zum Spielfeld sind. Wer die Wanddrehung beherrscht, kann aus einer defensiven Position eine neutrale oder sogar offensive Möglichkeit machen.
Wann und warum sollte man die Wanddrehung einsetzen?
Der Experte erklärt, dass die Wanddrehung die beste Option ist, wenn der Ball in einem spitzen Winkel an die Rückwand kommt. Versucht man in solchen Situationen einen normalen Rückhand- oder Vorhandschlag von der Wand, vor allem auf der rechten Seite mit einem Cross-Ball, landet man oft an der Seitenwand und hat keinen Platz mehr zum Agieren. Mit der Wanddrehung kann der Spieler dem Ball folgen, die Übersicht behalten und die Position auf dem Feld effektiv wiederherstellen.
Diese Technik ist besonders nützlich, wenn der Ball nicht in den „Taschenbereich“ kommt – das heißt, er ist nicht direkt vor dem Spieler, sondern kommt in einem Winkel, der sonst zu einem schwierigen oder unmöglichen Schlag führen würde.
Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Wanddrehung
Fede Vives demonstriert die Wanddrehung als eine 360-Grad-Drehung, bei der der Blick immer auf dem Ball bleibt. Wichtig ist, sich flüssig zu drehen, den Ball zu verfolgen und am Ende dem Gegner gegenüberzustehen, bereit für den nächsten Schlag. Der Kanal betont mehrere technische Details, damit die Bewegung effektiv und kontrolliert bleibt:
- Drehpunkt: Immer um einen stabilen Standfuß drehen, um Gleichgewicht und Kontrolle zu behalten.
- Kleine Schritte: Vermeide lange, ausladende Schritte, die den Ball zu weit vom Körper entfernen. Die Beinarbeit sollte kompakt bleiben.
- Schläger vorbereiten: Beginne die Drehung mit bereits vorbereitetem Schläger. Eine verzögerte Vorbereitung erschwert es, den Ball rechtzeitig zu erreichen.
- Diagonaler Ausstieg: Nach der Drehung einen letzten diagonalen Schritt machen, um den Ball rechtzeitig zu treffen.
Diese Details sorgen dafür, dass der Spieler weder den Ball noch das Feld aus den Augen verliert und schnell von der Defensive in die Offensive wechseln kann.
Progressive Übungen zur Verbesserung der Technik
Der Trainer empfiehlt, mit einfachen, aufbauenden Übungen zu beginnen, um Sicherheit und Koordination zu gewinnen. Starte mit der Drehung und einem zusätzlichen Aufprall, wobei der stabile Stand und die Ballverfolgung im Fokus stehen. Mit wachsendem Selbstvertrauen lässt du den Extra-Aufprall weg und führst die Bewegung unter realen Spielbedingungen aus – immer aus einer tiefen, gebeugten Haltung und dem Gegner zugewandt.
Jede Wiederholung sollte auf eine frühe Schläger-Vorbereitung und eine flüssige, kontinuierliche Drehung achten. Der Kanal zeigt Beispiele in Zeitlupe und in Echtzeit, um die Bedeutung von Antizipation und Körperhaltung zu verdeutlichen.
Häufige Fehler und wie man sie vermeidet
Einer der häufigsten Fehler laut Experte ist der Versuch, eine Rückhand von der Wand zu spielen, wenn es keinen Ausweg gibt. Das führt oft dazu, dass der Spieler „stecken bleibt“ und keinen Platz für den Schlag hat. Es ist entscheidend, den richtigen Moment für die Wanddrehung zu erkennen. Ein weiterer Fehler ist eine späte Schläger-Vorbereitung, wodurch der Ball nach der Drehung nicht mehr erreicht oder kontrolliert werden kann.
Der Kanal weist auch darauf hin, dass man sich nicht zu weit vom Drehpunkt entfernen oder überdrehen sollte, da dies das Gleichgewicht und das Timing stört. Wer diese Details bewusst übt, kann die Wanddrehung auch unter Druck sauber ausführen.
Wichtige Erkenntnisse und praktische Tipps für Padelspieler
- Setze die Wanddrehung ein, wenn der Ball in einem spitzen Winkel an die Rückwand kommt und ein normaler Schlag dich festsetzen würde.
- Halte einen stabilen Drehpunkt und kompakte Beinarbeit, um den Ball nah und unter Kontrolle zu halten.
- Bereite den Schläger früh vor und behalte den Ball während der gesamten Drehung im Blick.
- Übe schrittweise, beginne mit Extra-Aufprall und steigere dich bis zum Spieltempo.
- Vermeide typische Fehler wie späte Vorbereitung oder erzwungene Rückhand ohne Platz.
Wer diese Tipps und Übungen regelmäßig ins Training einbaut, erweitert sein Defensiv-Repertoire und kann schwierige Wandsituationen in Chancen zum Neuaufbau oder sogar zum Gegenangriff verwandeln.





