Fernando „Bela“ Belasteguín blickt auf eine legendäre Padel-Karriere und die Entwicklung des Sports zurück
Das Interview des Kanals mit Fernando „Bela“ Belasteguín bietet einen seltenen, tiefgehenden Einblick in die Denkweise und den Werdegang des erfolgreichsten Spielers im Padel. Mit 16 Jahren als Weltranglistenerster und über 230 Karrieretiteln ist Belas Geschichte geprägt von organischem Wachstum, unermüdlicher Anpassung und einer tiefen Leidenschaft für Padel. Er begann mit zehn Jahren in seiner Heimatstadt zu spielen und wechselte schnell vom Fußball zum Padel, als die ersten Plätze vor Ort entstanden. Mit 15 trat er bereits professionell an, beschreibt diese frühen Jahre jedoch als natürliche Entwicklung und nicht als gezielte Jagd nach Größe.
Belas Umzug von Argentinien nach Spanien markierte einen Wendepunkt, getrieben von seinem Wunsch, sich mit den Besten zu messen, als sich die Profiszene nach Europa verlagerte. Er betont, dass seine Langlebigkeit an der Spitze nur durch ständige Anpassung möglich war – sowohl an die sich wandelnden Anforderungen des Sports als auch an seine eigenen körperlichen Veränderungen.
Anpassung an Veränderungen: Plätze, Ausrüstung und das moderne Spiel
In über drei Jahrzehnten auf höchstem Niveau hat Bela bedeutende Veränderungen im Padel erlebt – und angenommen. Er erinnert sich daran, auf Zementplätzen begonnen zu haben und sich anzupassen, als sich Beläge, Ausrüstung und das Spieltempo weiterentwickelten. Der Interviewer hebt Belas Philosophie hervor: Um wettbewerbsfähig zu bleiben, muss ein Profi jede Veränderung im Sport – von der Platztechnologie bis zur Ballgeschwindigkeit – vorausahnen und sich anpassen.
In den letzten Jahren, so Bela, ist das Spiel deutlich schneller geworden, mit schnelleren Bällen und mehr dynamischer Bewegung. Diese Beschleunigung fiel mit dem natürlichen Nachlassen seiner eigenen Reflexe und Geschwindigkeit zusammen, was es zunehmend schwieriger machte, in den Top Ten zu bleiben. Dennoch sieht er diese Veränderungen als unvermeidlich und sogar als gesund für die Entwicklung des Sports.
Padels weltweites Wachstum und die Chance in den USA
Der Interviewer spricht mit Bela über das explosive Wachstum des Padelsports weltweit. Einst konzentriert auf Argentinien und Spanien, genießt der Sport heute eine viel größere Reichweite. Bela schreibt den Aufstieg der sozialen Medien als Beschleuniger der globalen Bekanntheit zu, weist aber darauf hin, dass Padel trotz Fortschritten in vielen Regionen noch in den Kinderschuhen steckt.
Mit Blick auf die USA sieht Bela enormes Potenzial, besonders in Südflorida, wo der Sport zunehmend an Popularität gewinnt. Er vergleicht Padels derzeitige Phase mit einem Baby, das gerade erst zu krabbeln beginnt und noch einen langen Weg vor sich hat, bevor es „die hundert Meter laufen“ kann. Bela ist jedoch überzeugt, dass Padel in den nächsten zehn Jahren zu einem großen globalen Sport werden wird.
Interessanterweise sieht er den Aufstieg von Pickleball in den USA als positiven Impuls und prognostiziert, dass viele Pickleball-Spieler letztlich zum Padel wechseln werden, was das Wachstum weiter beschleunigt. Er befürwortet hybride Clubs, die beide Sportarten anbieten, und betont deren ergänzenden Charakter statt Konkurrenz.
Die Marke Bela Padel und internationale Club-Expansion
Bela spricht über seine Vision für die Marke Bela Padel Center, die während der Pandemie als Konzept entstand und mit der Eröffnung eines Flaggschiff-Clubs in Alicante realisiert wurde. Das Projekt dient als „Labor“ für seine Methodik und Philosophie, mit Plänen zur globalen Expansion, sobald ein großes Zentrum in Barcelona eröffnet.
Er betont die Bedeutung des Lernens durch Erfahrung – Ideen testen, Fehler machen und das Modell verfeinern, bevor es skaliert wird. Das ultimative Ziel ist es, Barcelona als Hauptsitz zu etablieren und dann das Bela Padel Center in Märkte wie die USA zu bringen, wobei stets das nachhaltige Wachstum des Sports im Vordergrund steht.
Show-Events, die Premier Padel League und Spieler-Prestige
Mit Blick auf die Wettbewerbsszene teilt Bela seine Sicht auf die Zunahme neuer Formate wie die Premier Padel League (PPL), den Hexagon Cup und andere Show-Events. Er hält diese Turniere für wertvoll, um Padel zu fördern und neue Zielgruppen zu gewinnen, insbesondere in aufstrebenden Märkten wie den USA und Indien.
Allerdings unterscheidet Bela zwischen dem Prestige von ranglistenbasierten Circuits wie Premier Padel und den finanziellen Anreizen von Show-Events. Für ihn kommt wahrer Status vom Platz eins in der offiziellen Rangliste, nicht von Einzelsiegen bei Events. Er befürwortet einen ausgewogenen Ansatz, bei dem Show- und Ranglistenevents koexistieren, um die Sichtbarkeit und Glaubwürdigkeit des Sports zu maximieren.
Finanzielle Realität und das professionelle Padel-Ökosystem
Der Kanal beleuchtet die Wirtschaftlichkeit des Profipadels, und Bela gibt einen offenen Überblick über die Verdienstmöglichkeiten der Spieler:
- Rang 1: Bis zu 4 Millionen Dollar jährlich
- Rang 10: Etwa 1,5 Millionen Dollar
- Rang 11–20: 1,5 Millionen bis 800.000 Dollar
- Niedrigere Ränge (20+): Sinkende Beträge, junge Spieler verdienen oft deutlich weniger
Er merkt an, dass das Preisgeld in den letzten drei Jahren mit dem Aufkommen von Premier Padel exponentiell gestiegen ist, betont aber die Notwendigkeit eines weiteren Wachstums und einer fairen Verteilung zwischen Spielern und Veranstaltern. Bela geht auch auf die Rolle von Sponsoring und sozialen Medien ein und stellt klar, dass eine Online-Präsenz zwar helfen kann, aber nichts den Wert von Siegen auf dem Platz ersetzt. Er ermutigt angehende Profis, sich auf Training und Ergebnisse zu konzentrieren statt auf Followerzahlen.
Premier Padel in Miami und die Bedeutung von Indoor-Veranstaltungsorten
Bela zeigt sich begeistert, das erste Premier Padel Turnier in Miami zu organisieren, das er als entscheidenden Moment für die Expansion des Sports in Nordamerika sieht. Das Event findet im Miami Beach Convention Center statt, mit einer Kapazität von etwa 1.700 Zuschauern (1.300 auf den Tribünen und 400 in Logen). Er erklärt die Entscheidung, das Turnier in den ersten Jahren bewusst „boutiqueartig“ zu halten und Qualität sowie Community-Engagement über schnelles Wachstum zu stellen.
Er hebt außerdem die Vorteile hervor, das Event in der Halle auszutragen – so entfallen Probleme mit Wind, Regen und Feuchtigkeit, die frühere Outdoor-Turniere in Miami beeinträchtigt haben. Diese kontrollierte Umgebung, so glaubt er, bietet Spielern und Fans ein besseres Erlebnis und setzt einen Standard für zukünftige Veranstaltungen in der Region.
Partnerschaft mit Wilson und die Zukunft der Padelausrüstung
Das Interview endet mit Belas Reflexion über seine Partnerschaft mit Wilson, einer Marke, die er für ihre Führungsrolle im Racketsport schätzt. Er ist stark in die Entwicklung seiner eigenen Linie innerhalb von Wilson eingebunden und möchte sie zur weltweiten Nummer eins im Padel machen. Mit mehr Zeit nach dem Karriereende plant Bela, eng mit Ingenieuren zusammenzuarbeiten, um seine Produktkollektion weiterzuentwickeln und zu erweitern, damit sie den sich wandelnden Bedürfnissen der Spieler weltweit gerecht wird.
Wichtige Erkenntnisse aus Belas Einblicken in die Zukunft des Padelsports
- Anpassung ist entscheidend: Der Sport und seine Spieler müssen sich ständig weiterentwickeln, um wettbewerbsfähig zu bleiben.
- Globales Wachstum beschleunigt sich, aber Padel steht in vielen Märkten, besonders in den USA, noch am Anfang.
- Hybride Clubs und ergänzende Sportarten wie Pickleball können Teilnahme und Bekanntheit fördern.
- Prestige kommt durch Ranglisten, nicht nur durch Event-Siege oder Social-Media-Präsenz.
- Investitionen in Infrastruktur und hochwertige Events sind der Schlüssel für nachhaltiges Wachstum des Padelsports.
Belas Vision, Erfahrung und anhaltendes Engagement machen ihn zu einer Legende und zu einer treibenden Kraft für die globale Zukunft des Padelsports.





