Bullpadel Neuron 2024: Technische Merkmale und Verarbeitungsqualität
Der Tester stellt den Bullpadel Neuron als neue Ergänzung der Bullpadel-Kollektion 2024 vor und hebt mehrere technische und strukturelle Details hervor. Der Schläger verfügt über eine Seil-Handschlaufe mit Polsterung, die aus der Mitte des Endkappes und nicht von der Seite herausragt – anders als bei Modellen wie Vertex und Hack. Auffällig ist, dass der Neuron das Bullpadel Custom Weight System nicht unterstützt, sodass Spieler die Gewichtsverteilung nicht mit Zusatzgewichten anpassen können.
Der Griff ist von Standardgröße und integriert die Vibra Drive-Technologie zur Reduzierung von Vibrationen. Im Herzstück des Schlägers sorgt eine horizontale Verstärkung mit zentralem Höcker für zusätzliche Dämpfung, wobei der High React Channel aus anderen Bullpadel-Modellen hier fehlt.
Auf der Schlagfläche kommt Extend 3K Carbon in Kombination mit dem typischen MultiEva-Gummi von Bullpadel zum Einsatz. Das Lochmuster ist weiter auseinander als üblich für die Marke, was zu einem etwas kleineren Sweetspot und einem spürbar trockeneren, festeren Schlaggefühl führt. Der Rahmen integriert die Wave System-Technologie – Wellen entlang der Seiten und eine V-Form an der Oberseite – um Flexibilität und einen Federungseffekt zu bieten, wobei der Tester anmerkt, dass dieser Effekt in der Praxis subtil bleibt.
- Gewicht: 360–380g (getestetes Modell: 360g)
- Balance: 26,2–26,3 cm (leicht über Mittel)
- Schlagflächenmaterial: Extend 3K Carbon
- Kern: MultiEva-Gummi
- Rahmentechnologie: Wave System
- Vibrationsdämpfung: Vibra Drive im Griff, verstärktes Herz
Insgesamt zielt die Konstruktion auf eine Mischung aus Kontrolle, Wendigkeit und einem festeren Schlaggefühl ab, mit Fokus auf Vibrationsreduktion und Handling.
Defensives Spiel: Kontrolle und Anspruch am hinteren Spielfeldrand
In der Defensive empfindet der Tester den Neuron als agil und leicht zu manövrieren, was schnelle Reaktionen auch bei schwierigen Bällen ermöglicht. Die Balance und Gewichtsverteilung sorgen für ein leichtes Gefühl in der Hand und unterstützen ein schnelles Handling in der Verteidigung.
Allerdings ist der Sweetspot etwas kleiner als üblich, und Schläge außerhalb dieses Bereichs fühlen sich spürbar trockener und weniger reaktionsfreudig an. Besonders bei unsauber getroffenen Bällen verzeiht der Schläger wenig und der Ball „klebt“ eher, anstatt abzuprallen.
Trotz dieser Anforderungen bietet der Neuron exzellente Kontrolle bei niedrigen wie hohen Geschwindigkeiten und ermöglicht präzise Ballplatzierung. Der Nachteil ist, dass der Schläger begrenzten Ballauswurf bietet: Spieler müssen aktiv Kraft erzeugen und den Schlag verlängern, um Tiefe zu erreichen, da der Schläger wenig Unterstützung beim Beschleunigen des Balls gibt. Für Defensivspieler, die mehr Unterstützung beim Ballauswurf suchen, könnte der Neuron etwas anspruchsvoll sein und eine fortgeschrittene Technik erfordern.
Mittelfeld: Vibora- und Tray-Schläge
Im Mittelfeld, besonders bei Vibora- und Tray-Schlägen, bleibt der Neuron seinem Ruf für Wendigkeit und Kontrolle treu. Der Tester merkt an, dass der kleinere Sweetspot hier am auffälligsten ist; außermittige Treffer führen zu weniger Ballauswurf, besonders bei geringerer Geschwindigkeit. Um Tiefe und Konstanz zu erreichen, müssen Spieler ihre Schläge verlängern und mehr Kraft einsetzen.
Bei höheren Geschwindigkeiten geben das trockene Schlaggefühl und der feste Gummi Vertrauen und Kontrolle, minimieren unerwünschtes Abspringen und ermöglichen ein aggressives Spiel ohne Angst vor Ausbällen. Die glatte Oberfläche sorgt dafür, dass es keine zusätzliche Rauheit für mehr Spin gibt, und der Tester beobachtet, dass Bälle leicht „fliegen“ können, wenn sie nicht sauber getroffen werden – besonders mit neuen Bällen.
Insgesamt glänzt der Neuron in schnellen Ballwechseln und belohnt Spieler, die selbst Kraft erzeugen und präzise Technik beibehalten.
Netzspiel: Volleys und schnelle Ballwechsel
Am Netz wird der Neuron als etwas verzeihender beschrieben als in anderen Bereichen. Seine Agilität ermöglicht schnelle Richtungswechsel und zügige Reaktionen bei Volleys. Der kleinere Sweetspot ist hier weniger hinderlich, Fehlschläge werden weniger hart bestraft als in der Defensive oder im Mittelfeld.
Kontrolle bleibt ein Highlight: Der Schläger ermöglicht präzise Volleys. Allerdings erfordert es – wie in anderen Bereichen – eine bewusste, ausladende Bewegung, um Tiefe zu erzielen, besonders bei Blocks oder beim Abfangen schneller Bälle. Der Tester merkt an, dass der Neuron ein offensives Netzspiel mit Selbstvertrauen erlaubt, dank seines festen Schlages und des fehlenden übermäßigen Rückpralls. Dennoch verlangt er ein gewisses technisches Niveau, um sein Potenzial voll auszuschöpfen.
Bezüglich Spin findet der Tester den Neuron für geschnittene oder angeschnittene Volleys ausreichend, auch wenn eine rauere Oberfläche mehr Unterstützung bieten würde. Dennoch ist die Spin-Erzeugung in diesem Bereich keine Schwäche.
Smash und Abschlussschläge: Kraftgrenzen und technische Anforderungen
Beim Abschluss von Punkten mit Smashes oder flachen Schlägen äußert der Tester etwas Enttäuschung. Der Neuron bietet gerade genug Power für diese Situationen, sticht aber im Vergleich zu anderen Schlägern ähnlicher Härte und Bauweise nicht hervor. Der Schläger absorbiert bei harten Schlägen einen Teil der Kraft, und Spieler müssen eine solide Technik haben, um maximale Power herauszuholen.
Der Tester empfiehlt den Neuron nicht für Spieler, die stark auf Abschlussschläge von oben setzen oder zusätzliche Unterstützung bei der Power suchen. Während das Handling eine Beschleunigung ermöglicht, ist er nicht die beste Wahl für Spieler, deren Spiel auf aggressiven Smashes oder entscheidenden Schlägen basiert.
Ideales Spielerprofil und Empfehlungen auf dem Platz
Zusammenfassend sieht der Tester den Bullpadel Neuron als Schläger, der am besten für Rechtsspieler oder Spieler geeignet ist, die Kontrolle und Wendigkeit in schnellen Ballwechseln priorisieren. Seine herausragenden Merkmale sind das Handling und das Selbstvertrauen, das er bei schnellen Aktionen bietet – besonders für Spieler mit mittlerem bis fortgeschrittenem technischen Niveau.
Der Neuron ist weniger geeignet für Spieler, die zusätzliche Unterstützung beim Ballauswurf oder bei der Power suchen, besonders bei Abschlussschlägen. Stattdessen belohnt er diejenigen, die ihr eigenes Tempo erzeugen und Präzision über rohe Kraft stellen. Der Tester hebt folgende Court-Bereiche hervor, in denen der Neuron am besten performt:
- Netzspiel (Volleys): Exzellente Kontrolle und Wendigkeit, gute Performance bei niedrigen und hohen Geschwindigkeiten.
- Mittelfeld (Vibora und Tray): Hohes Vertrauen im schnellen Spiel, anspruchsvoll, aber lohnend für präzise Spieler.
- Verteidigung: Agil und gut zu handhaben, erfordert aber Einsatz für Tiefe und Ballauswurf.
- Abschluss (Smash): Ausreichende, aber nicht herausragende Power, am besten für Spieler mit starker Technik.
Mit einem aktuellen Preis von €269 wird der Bullpadel Neuron Spielern empfohlen, die Kontrolle priorisieren, eine solide technische Basis haben und sich wohlfühlen, ihre eigene Power zu erzeugen. Weniger geeignet ist er für Spieler, die zusätzliche Unterstützung beim Ballauswurf brauchen oder ihr Spiel auf kraftvolle Abschlüsse ausrichten.





